Damit eine Hündin ihre Welpen in geschützter Atmosphäre bekommen kann, braucht sie eine Wurfkiste. In freier Wildbahn beziehen die Wölfe eine Höhle. Das kann man im Allgemeinen in unseren häuslichen Verhältnissen nicht leisten, außerdem ist da die Kontrolle schwieriger.
Wie sollte eine Wurfkiste aussehen?
Die Größe der Wurfkiste richtet sich nach der Rasse. Die Hündin soll sich über die gesamte Breite ausstrecken können und in der Tiefe ca. 2/3 der Länge haben. Sie sollte an 3 Seiten von hohen Wänden umgeben sein, um ausreichenden Schutz vor Zugluft zu gewährleisten. Die Höhe könnte ca. Tiefe entsprechen.
Der Boden der Wurfkiste sollte gut gegen Kälte von unten isoliert sein, denn die Welpen brauchen anfangs viel Wärme, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können. Daher empfiehlt sich auch eine Wärmelampe (Infrarot-Lampe) von oben in genügendem Abstand, die man bei Bedarf zuschalten kann.

Die Vorderseite der Wurfkiste sollte so hoch sein, dass die Hündin bequem einsteigen kann ohne dass sie mit dem Gesäuge anstößt. Vorteilhaft ist auch eine abgesenkte Einstiegstelle.
Der Boden der Wurfkiste muss nun noch gepolstert werde. Von Stroh oder Heu ist dringend abzuraten, da sich darin immer Parasiten bzw. Bakterien oder Virenstämme aufhalten können. Oberstes Gebot ist die Reinlichkeit. Dazu gehört auch, dass niemand den Raum mit Strassenschuhen betreten sollte und man sich die Hände desinfiziert, wenn man die Welpen in die Hand nimmt. Wir benutzen zum Auspolstern als Unterlage ein spezielles Schaumstoff, das auf einer Seite eine glatte abwischbare Oberfläche hat und darüber Vet-Bed oder
Wie baut man eine Wurfkiste?
Der Boden
Eine Lattenkonstruktion in der Grösse des Bodens ist die Basis. In die Felder der Lattenkostruktion werden Styropo-Platten zur Isolierung eingelegt. Auf die Unterseite wird eine beschichtete Hartfaserplatte gelegt und entlang der Platten angenagelt bzw. geklammert. Die Beschichtung soll außen sein, damit man gut reinigen kann. Auf die Innenseite wird eine Sperrholzplatte genagelt oder geklammert. Nun hat der Boden eine hohe Stabilität. Vorteilhaft ist es an der Unterseite noch Möbelgleiter anzubringen. Dann kann man die Kiste leichter verschieben und es kann etwas Luft zirkulieren, um Fäulnis vorzubeugen. Jetzt bekommt der Boden noch an allen 4 Seiten Löcher zur Aufnahme der Wände. Fertig ist der Boden.
Die 3 hohen Wände
An der hinteren Seite und der rechten und linken Seite kommen die hohen Wände. Diese sind aus Tischlerplatten gefertigt und lassen sich beim Holzhandel bereits zuschneiden. Die hintere Platte hat die Länge des Bodens. Die beiden Seitenplatten sind um die Dicke der hinteren Platte kürzer als die Tiefe des Bodens. Nachdem geprüft ist, dass die Platten passen müssen jetzt an den unteren Kanten Dübel eingesetzt werden, die genau in die Bohrungen der Bodenplatte passen (siehe Bild 1, 6 Löcher). Um das Dübelloch passgerecht zu bohren, gibt es für jeden Dübeldurchmesser eine Markierhilfe im Baumarkt.
Wie das funktioniert bitte hier nachlesen: Tipps für präzise Dübel Verbindung
Die Vorderwand
Die Höhe der Vorderwand muss der Größe der Hündin angepasst sein. Die Länge der Vorderwand entspricht der Länge des Bodens abzüglich 2 x der Dicke der Seitenwände. Man kann auch die Vorderwand etwas höher machen, wenn man einen Einstieg vorsieht.
Da die Vorderwand sehr oft herausgenommen wird, denn die kleinen wollen später draußen spielen und sollen aber drinnen schlafen, habe ich statt Holzdübel Holzschrauben mit langem Hals genommen und dann den Kopf abgesägt und glatt geschliffen. Das flutscht gut rein und raus.
Wie hält alles zusammen?
Das ist ganz einfach! Wir brauchen dazu lediglich 2 Kistenverschlüsse. Die Wände werden nun in die vorgesehenen Löcher im Boden gesteckt. Jetzt sollte man sich noch anzeichnen, wo an der Rückwand innen 2 Klötze als Anschlag angeschraubt werden müssen (siehe Bild ..) Nun werden die beiden Haltebleche oben von hinten so an die Rückwand geschraubt, dass sie auf beiden Seiten etwas überstehen und die Verschlussriegel oben außen an die Seitenwände so dass sie sich bequem schließen lassen. Die hintere Wand ist nun mit den beiden Seitenwänden mit Kistenverschlüssen verbunden. Achtung: Der Verschluss muss etwas stramm gehen, sonst hält er nicht und geht wieder auf.
Die Vorderseite wird eingesteckt und ausgerichtet. Nun wir durch die Seitenwände in die Vorderseite ein Loch gebohrt. So kann man die Vorderseite festschrauben. Besser ist es, wenn man in die Löcher der Vorderseite Gewindeeinsätze aus Möbelbeschlägen einsetzt und dann zum Verschrauben Gewindeschrauben verwendet. Wer will, kann auch dort Kistenverschlüssse verwenden, sieht nur an der Vorderseite nicht so gut aus.
Sicherheit

Bild 4
Jetzt muss nur noch an die Sicherheit gedacht werden. Die größte Gefahr für die Welpen geht von der Mutter selbst aus. Es kommt durchaus vor, dass die Mutterhündin einen Welpen hinter sich zwischen Boden und Wand einklemmt, ohne es zu merken. Schnell ist das Kleine dann erstickt. Damit das nicht passiert, brauch wir einen Schutz. Der besteht aus umlaufenden schmalen Brettern oder Stangen in ca. 10-12cm Höhe über den gepolsterten Boden. Die Breite der Bretter sollte ca. 8-10cm betragen. So entsteht ein Hohlraum der die Welpen schützt. Diese Bretter werden einfach rundum angeschraubt. Wer will, kann sie auch auf Gehrung zuschneiden.
Die Vorderseite, über die die Mutterhündin einsteigen muss, sollte gut geschliffen und von scharfen Kanten befreit sein. Wenn man geschickt genug ist, kann man den Einstieg mit einer Stichsäge ausschneiden und alle Kanten glatt schleifen. Dadurch kann das Brett etwas höher werden.
Anschließend sollte alles mit ungiftigem Klarlack 2 mal gestrichen werden. Damit läßt sich alles auch mal feucht abwischen.
Die Wärmelampe
So, nun noch schnell die Polsterung reinlegen und fertig ist die Wurfkiste. Fehlt noch was? Ach ja, die Wärmelampe.
Hier links sieht man solch eine Wärmelampe mit Sicherheitsgitter. So etwas bekommt man z.B. bei Westphalia Versand. Praktisch ist die Ausführung mit 2 Stufen.
Die Befestigung (Bild 7) habe ich einfach mit einem Galgen vorgenommen. Wenn man eine kleine Kette zur Aufhängung benutzt, kann man die Wärme individuell steuern. Lampe so anbringen, dass die Abstrahlung asymmetrisch auf nur eine Hälfte erfolgt. Die Mutterhündin und die Welpen suchen sich schon den angenehmsten Platz.
Nun ist aber alles fertig und die Welpen können kommen. Die Hündin sollte schon mehrere Tage vor der Geburt an die Kiste gewöhnt werden (z.B. mal den Freßnapf reinstellen).
Wenn alles vorbei ist, kann die Kiste schnell wieder in alle Einzelteile zerlegt und an einem trockenen Platz gelagert werden. Bis zum nächsten Wurf…
Unsere Wurfkiste erlebt jetzt den 6. Wurf. Davor hatten wir auch eine selbst gefertigte, die aber – wie sich herausstellte – zu groß war. Die Hündin fühlte sich darin nicht besonders wohl.
Viel Spaß beim Nachbauen.





